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Alt in neuer Gestalt

 

Man läuft schnell um die Ecke und denkt, wenn es beim nächsten Mal offen ist und ich Zeit habe, muss ich unbedingt hineingehen. Auch auf dem Weg zum Briefkasten dreht man sich um, wenn man seine Liebesbriefe in dem gelben Kasten deponiert hat, und steht vor dem Eckladen. Schon vor dem Fenster machen die vielen Dinge neugierig, was sich hinter den Fenstern verbirgt. Betritt man dann den Ladenraum, staunt man erst recht, was es alles zu sehen gibt. Bunter – fast wie in der Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf – könnte es nicht zugehen. Taschen, Täschchen, Beutel, bunte Girlanden, Briefumschläge aus alten Landkarten, Gummibänder, Blechspielautos, ein Stofflöwe, drei dimensionale Bilder mit fühlbaren Hügeln und Bergen. Und mitten drin sitzt Claudia Rist am Arbeitsstisch und lässt die Nähmaschine munter rattern.

Werkstatt- und Ladeneinblick

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… man kann sich nicht satt sehen …

Und alles wird aus alten Materialien gefertigt. Da werden alten Landkarten, die früher in der Schule von fleißigen Schülern an Kartenständern aufgehangen und später wieder zusammengerollt wurden, zu Taschen verarbeitet. Alte Fahnen der Kunsthalle werden in kleine Dreiecke geschnitten und dann an Bändern aufgereiht genäht. Fahradschläuche werden zu kleinen Taschen umgearbeitet. Selbst die beschichteten Tüten von Kaffee finden eine neue Gestalt in Brotbeuteln.

Es gibt viel zu entdecken und noch mehr zu finden – Kleines so mal schnell als Mitbringsel – Größeres für den eigenen Gebrauch. Und zu allem kann Claudia Rist eine Geschichte erzählen: woher das Material stammt und was es früher (in seinem ersten Leben) einmal war.

Also beim nächsten Mal nicht schnell um die Ecke biegen, sondern eintreten und sich überraschen lassen. Nicht nur, was aus alten in neuer Gestalt entsteht, sondern auch die eigenen Eindrücke sind … nachhaltig.